Dängeligeist Clique

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Die Gründung:

Im Frühjahr 1959 fanden sich einige beherzte Männer zusammen, allen voran der unvergessene Emil Huber, die das Risiko auf sich nehmen wollten, in Grenzach, auf traditioneller Grundlage einer sauberen und geordneten Fasnacht aufzubauen, um der Bevölkerung zu beweisen, dass Fasnacht nicht mit ärgerniserregendem Herumtollen gleichzusetzen ist.

Mit genau 12 Aktiven wurde dieses Vorhaben in Angriff genommen. Es wurden Statuten ausgearbeitet und der Verein gegründet.

Die Namensgebung:

Der Dängeligeist ist in Grenzach schon mehr als ein Jahrhundert ein fester Begriff. Der Dängeligeist-Brunnen ist heute eingefasst und als ein sehr gepflegtes Plätzchen mit Ruhebänken ein beliebtes Ausflugsziel der Bevölkerung. Seit Gründung der Clique wurde der Platz weiter ausgebaut und alljährlich am 1. Mai treffen sich die Mitglieder der Clique und große Teile aus der Bevölkerung nach einem Bummel durch den Wald  am Dängeligeist-Brunnen zum „Waldfrühstück“, das von der „Dängeligeist-Clique“ dort angeboten wird. 
(siehe unten)

Das Häs:Die Masken und das Häs der „Dängeligeist-Clique“ wurden so geschaffen, dass man sich darunter einen Waldgeist (verschmitzt, freundlich, mit einem Wurzelstock auf dem Kopf) vorstellen kann, in der Kleidung der seinerzeitigen bäuerlichen Bevölkerung.Sonstiges:

Wer von uns Eingeborenen. Zu- und Eingewanderten kennt nicht jene stille Waldeinsamkeit am Wege zum Neufeld? Wer hat noch nicht das kühle kristallklare Wasser jener Quelle getrunken, deren Name „Dängeligeist“ uns allen so vertraut ist. Jene Quelle, die schon seit Urzeiten dort aus dem würzig duftenden Waldboden entspringen mag und, den durstigen Wanderern labend , in kaum 50 Meter wieder im Waldboden versickert. Wohin? Wen mag jener idyllische Platz im Laufe der vielen Jahre schon zu einer Rast eingeladen haben. Wir Alten erinnern uns gerne an jene Stelle an vergangene schöne Zeiten; Liebende träumen dort von einer glücklichen Zukunft zu zweit. Kinder spielen abseits der gefahrvollen Straßen und freuen sich der munteren Brünnleins, das Ihnen so viele Möglichkeiten bietet. Aber nicht immer mögen es glückliche Menschen sein, die dort an jener stillen Stelle weilen. Wie oft mag diese Quelle schon Menschen gesehen haben, die tiefes Leid drückte und die dort ihre Ruhe suchten, abseits von der Missgunst, vom Neid, von der Gehässigkeit ihrer Mitmenschen.

Wie mag nun jener Platz zu seinem Namen gekommen sein? Vieles wird über seinen Ursprung erzählt. Was ist die Wahrheit, was ist Sage? Genaueres dürfte wohl kaum zu erfahren sein.

Der Dängeligeist ist ein in Süddeutschland weit verbreiteter, unsichtbarer Spukgeist, welcher gegen Abend oder in der Nacht die abergläubischen Leute mit seinem Dengeln (Mittelhochdeutsch „tengeln“ = Klopfen, hämmern) erschrickt. In Schwaben treibt dieser Geist sein Unwesen vor allem in den Wäldern, während dagegen die Bewohner des Allgäus sein Klopfen in den Häusern zu  vernehmen glauben. Im Schwarzwald sind dann vor allem die Bergwiesen die Stätten seines Spukhaften Treibens. Literarisch bekannt wurde der Dengelegeist erst durch Hebel, der ihn aber zu einem gütigen Helfer des Menschen umgestaltete, während er bis dahin im Volksglauben nur als böser Geist erschienen ist.

Bei dem uns bekannten Gedicht Hebels verdankt nun vielleicht auch der Grenzacher Flurname sein Entstehen. Eine eigene abergläubische Tradition ist nicht anzunehmen, da der Name erst im letzten Jahrhundert entstanden sein dürfte. In keiner der vielen Urkunden, Beraine und Besitzverzeichnissen findet sich seine Erwähnung. Die Benennung des lieblichen Plätzchens mit dem Namen des Hebelschen Feldberggeistes war für die mit den Alemannischen Gedichten vertraute einheimische Bevölkerung sehr nahe liegend. Schon die Lage des Waldbrünnleins neben einer Waldwiese entsprach ganz der Hebelschen Örtlichkeit. Unmittelbarer Anlass zur Benennung des Plätzchens mit dem Namen Dängeligeist, zu grenzacherisch „Dängeligeist“ wird aber wohl der Brauch der Grenzacher Bauern gewesen sein, hier ihre beim Mähen des Neufeldgrases stumpf gewordenen Sensen wieder durch Dengeln scharfzumachen. So dürfte die Gestalt eines allgemein bekannten Hebelschen Gedichtes schließlich namengebend für eine Grenzacher Örtlichkeit gewesen sein, weil deren Lage der im Gedicht geschilderten entsprach, und weil von den einheimischen Bauern dort ausgeübte Tätigkeit den Namen Dengeligeist sehr nahe legte.

Nicht vergessen wollen wir aber immerhin, dass nach den Überlieferungen um das Jahr 1860 herum, also vor genau 100 Jahren ein junger grenzacher Bauer an jener Stelle heimlich ein Wasserrad angebracht haben soll, das einen Hammer im Rhythmus des Dengelns auf eine Eisenröhre fallen ließ. Die Dichtheit des Gebüsches um jene Zeit, dazu der Hochwald ließen eine Echo hören, das weit hinaus auf den Neufeldwiesen zu hören war. Wer dengelte zur fraglichen Zeit seine Sensen? Man wusste, wer sich auf den Matten befand. Keiner wollte seine Sense gedengelt haben. Wer konnte es also sein? Doch nur der „Dengeligeist“.

Wie mag wohl jener junge Bauer ob seines gelungenen Streiches gelacht haben. Gewiss genau so, wie es unsere „Dängeligeist“ -Maske so schön zum Ausdruck bringt.

Tradition oder nicht, die Fasnachtsgesellschaft will durch diese Namens­gebung seiner Verbundenheit mit der engeren Heimat Ausdruck geben. Was mag in 100 Jahren sein? Vielleicht wird diese Quelle, dieser Ort auch ein Opfer der Grenzacher Landnot werden, 
Der Name "Dängeligeist" soll aber weiterleben als Inbegriff einer Herr­lichkeit, die der Oberberg einmal aufwies.

 

Dies schrieb:Gründungsmitglied Walter Basler (1963)